Betroffenheit und Bedauern über Vorfälle im Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheim St. Kilian in den Jahren vor 1996

 

Durch zahlreiche Kontakte mit ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern von St. Kilian, die in den unterschiedlichsten Formen in den zurückliegenden Monaten stattfanden, bekamen wir Kenntnis von sehr problematischen Vorfällen in unserer Einrichtung. Bis zum Jahr 1996 reichen die Schilderungen von Ehemaligen, in denen von Schlägen bis hin zu massiver Prügelstrafe berichtet wird. Ebenso erzählen sie von einem sehr hohen psychischen Druck, von entwürdigenden Bloßstellungen und von schwerwiegenden Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte. Auch ein Fall von sexuellem Missbrauch in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde uns geschildert.

Bei allen, denen in unserer Einrichtung in der Vergangenheit Unrecht geschehen ist, die zu Opfern gemacht wurden durch unmenschliches und unprofessionelles Verhalten, entschuldige ich mich als derzeitiger Leiter von St. Kilian in aller Form.

Es ist beschämend und schockierend für mich festzustellen, dass über lange Zeit hinweg bei bestehenden Verdachtsfällen nicht im Sinne der Opfer gehandelt wurde, sondern eher versucht wurde die Taten unter den Teppich zu kehren und damit die Täter zu schützen.

Ich versichere hiermit, dass ich zur Unterstützung bereit bin, wenn es darum geht Vorkommnisse aus der Vergangenheit aufzuklären. Auch stehe ich, nach vorheriger Terminabsprache, zum Gespräch mit Ehemaligen zur Verfügung. Wenn Sie in diesem Zusammenhang ein Anliegen, Fragen oder Wünsche haben, wenden Sie sich bitte per Mail (guenter.hauk@st-kilian.de) oder telefonisch (06282/9207-47) direkt an mich.

 

Hilfe und Unterstützung ist auch über die nachfolgend genannten Verbindungen und Personen zu erhalten:

Telefonhotline Menschen mit problematischen Erfahrungen in Heimen in Trägerschaft der katholischen Kirche: 01804 100 400 oder im Internet: www.heimkinder-hotline.de

Ansprechpartner in Bezug auf sexuelle Gewalt: Domkapitular Dr. Eugen Maier, Tel.: 0761/2188 220

Ansprechpartner in Bezug auf körperliche Gewalt/Züchtigung: Weihbischof Dr. Bernd Uhl, Tel.: 0761/2188 233

 

Runder Tisch Heimerziehung auf Bundesebene: Frau Katharina Loerbroks, Tel.: 03040040-231 oder 030 27576777 / E-Mail: info@rundertisch-heimerziehung.de

 

Die Arbeit mit den jungen Menschen, die heute in St. Kilian leben oder von uns betreut werden, ist gekennzeichnet durch große Transparenz, Offenheit und vielfältige strukturelle Vorkehrungen und Regelungen im Erziehungsalltag. Hierzu zählen z. B. Mitbestimmungs-organe der Kinder und Jugendlichen, so dass problematische Vorkommnisse wie in der Vergangenheit weitgehend ausgeschlossen sind. Sollte dennoch etwas passieren wird heute zeitnah unter Mitwirkung aller Beteiligten (junger Mensch/ Eltern/Mitarbeiter St. Kilian/Jugendamt) der Vorfall besprochen und die erforderlichen Konsequenzen werden daraus gezogen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Günter Hauk

Direktor/Heimleiter

 

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