Nardini-Schule

 

Öffentliche Schule für Erziehungshilfe in freier Trägerschaft

 

Träger:

 

Erzbischöfliches Kinder und Jugendheim St. Kilian Walldürn

 

NardinischuleDie nach dem Gründer der Kongregation der Armen Franziskanerinnen von Mallersdorf, Dr. Paul Joseph Nardini, benannte Schule für Erziehungshilfe ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit den Bildungsgängen Grund-, Haupt- und  Förderschule. Die meisten der 90 Schüler/innen sind vollstationär oder teilstationär untergebracht. Einige besuchen die Nardini-Schule auch als externe Schüler/innen in Verbindung mit einer niederschwelligen Jugendhilfemaßnahme. Grund für den Besuch der Schule am Heim sind Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Probleme oder soziale Defizite, verbunden mit schulischen Leistungsproblemen. Voraussetzung für den Besuch der Nardini-Schule ist eine sonderpädagogische Begutachtung, auf deren Grundlage ein Feststellungsbescheid für die Schule für Erziehungshilfe durch die staatliche Schulaufsicht ausgestellt wurde und die Kostenzusage durch das zuständige Jugendamt.

 

  

  

Lernen fürs Leben

 

Lernen fürs Leben Die meisten Kinder u. Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten erleben ihre Umwelt als Bedrohung. Auf diese subjektiv erlebte Bedrohung reagieren sie. Sie setzen sich zur Wehr durch Aggressionen gegen sich und andere, sie setzen sich über Regeln hinweg, sie treiben sich herum, sie werden delinquent. Oder sie ziehen sich zurück, zeigen depressive, selbstzerstörerische Verhaltensweisen. An der Nardini-Schule geht es nun darum, den Schülern Wege zu konstruktiven Ausdrucksformen aufzuzeigen. Stärken sollen offen gelegt, Interesse, Lern- und Leistungsbereitschaft soll geweckt werden. Dies kann auch in Tätigkeitsgebieten geschehen, die zunächst wenig mit dem schulischen Bildungskanon zu tun haben. Ziel ist es dabei, die Kinder in ihrer Gefühlswelt zu stärken, ihre sozialen Fähigkeiten zu festigen und ihre schulische Leistungsbereitschaft zu verbessern. Ausgehend von den vorhandenen Ressourcen werden auf der Grundlage einer konsequenten Führung durch die Lehrerteams Ziele gesetzt, die Erfolgerlebnisse ermöglichen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem sozialpädagogischen Bereich und dem Fachdienst.

 

Stufen und Außenklassen

 

Außenklassen Die Stammschule in Walldürn ist in drei organisatorische Einheiten aufgeteilt mit jeweils ca. 25 Kindern und Jugendlichen. Innerhalb der Stufe ergeben sich wieder, je nach Anforderung, unterschiedlich große Lerngruppen. Die Einteilung der Schülerschaft in die drei Stufen erfolgt auf der Grundlage von Entwicklungsstand und pädagogisch-psychologischen Kriterien. Jede Stufe hat ihren festen, gegenüber den anderen Schülerinnen und Schülern abgeschlossenen Lebensraum, den sie selbstständig gestalten und nutzen kann. Jeder hat dabei die Möglichkeit, seine Spuren zu hinterlassen, damit die Schule ein Ort wird, an dem er sich wohl fühlen kann. Die Nardini-Schule unterhält zusätzlich Außenklassen mit bis zu 14 Plätzen in Mosbach.

Neu hinzugekommen ist zum Schuljahr 2008/2009 die Nardini-Schule Tauberbischofsheim. Diese Schule ist aus den Außenklassen Tauberbischofsheim hervorgegangen. Ebenso wie die Stammschule ist sie formal eine eigenständige Schule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheims St. Kilian. In Tauberbischofsheim stehen damit 25 Plätze für verhaltensauffällige Schüler der Klassen 1 bis 9 zur Verfügung.

  

  

  

  

  

Konstantes Lernen

 

Konstantes Lernen ersetzt den klassischen Fachunterricht nach Stundenplan. Der

Schultag gliedert sich lediglich in:

  • Morgenkreis: Meditationen, religiöse/ soziale Themen, Singen...
  • Kernunterricht: Deutsch, Mathematik und Englisch
  • Arbeits- und Interessenunterricht: Sachfächer, musische Fächer, Werken und Sport

Im Arbeits- und Interessenunterricht wird projektförmig und epochal in wechselnden Lerngruppen unterrichtet. Ein besonderer schulischer Schwerpunkt liegt im handwerklichen, kreativen und sportlichen Bereich. Diese Bereiche sind ein wesentlicher Ansatzpunkt, um die oft demotivierten und schulmüden Kinder wieder an einen geregelten Schultag heranzuführen.

 

Stufenteams

 

Ein festes Lehrerteam ist verantwortlich für die Gestaltung der pädagogischen und organisatorischen Arbeit in der Stufe. Die Lehrerteams verwalten ihren Stundenpool und ihren Etat selbst. In pädagogischen und organisatorischen Fragen besitzen sie ein hohes Maß an Freiheit. Daraus ergibt sich auch die Möglichkeit zum Teamteaching, das in allen Stufen umgesetzt wird.

Da es keine Klassen mehr gibt, hat jedes Kind/jeder Jugendliche einen festen Bezugslehrer. Dieser ist bei allen spezifischen Fragen (Förderplanung, Fallbesprechungen,...) und in den Hilfeplangesprächen für das Kind zuständig. Analog zu den Stufenteams verhält es sich mit den Lehrerteams an den Außenklassen Mosbach und der Nardini-Schule Tauberbischofsheim.

 

Planungs- und Fördermeetings

 

finden in jeder Stufe, sowie in den Lehrerteams der Außenklassen und der Nardini-Schule Tauberbischofsheim einmal wöchentlich statt. Teilnehmer sind die Stufenlehrer sowie der Schulleiter. Themen und Aufgaben sind u. a. Fallbesprechungen, pädagogische Strategien und Fördermaßnahmen, Neuaufnahmen, Wochenpläne, ... In regelmäßigen Abständen findet außerdem eine Teamberatung durch einen Mitarbeiter aus dem Fachdienst der Einrichtung statt.

Schulsozialpädagogischer Dienst

 

Schulsozialpädagogischer Dienst Die Mitarbeiter des Schulsozialpädagogischen Dienstes kümmern sich um Kinder und Jugendliche, die selbst innerhalb des gegebenen sonderpädagogischen Rahmens nicht mehr zu erreichen sind. Dabei geht es darum, soziale Kompetenzen aufzubauen, grundlegende Arbeitstugenden einzuüben, das Selbstkonzept zu stärken und über individuell bedeutsame Tätigkeiten Neugierde und eine allgemeine Lernmotivation zu wecken. Die Betreuung eines Kindes durch den Schulsozialpädagogischen Dienst erfolgt auf der Grundlage einer Individuellen Zusatzleistung, die mit dem Kostenträger gesondert vereinbart werden muss. Eine weitere Aufgabe des Schulsozialpädagogischen Dienstes ist die Einführung neuer Schüler.

 

  

  

 

 

 

  

  

  

Sonderpädagogischer Dienst/ Kooperation

 

Sonderpädagogischer Dienst Ein wichtiges Standbein der Nardini-Schule ist die Kooperation mit den öffentlichen Regelschulen. Erfahrene Sonderschullehrer der Nardini-Schule versuchen durch gezielte Interventionsmaßnahmen an den öffentlichen Schulen die Umschulung eines auffälligen Kindes oder Jugendlichen an eine Schule für Erziehungshilfe zu verhindern. Dies geschieht im Rahmen der Beratung, durch unterstützende Elternarbeit, durch Kooperation mit anderen Bereichen der Jugendhilfe und durch die Arbeit mit dem Kind.

 

Zudem hat der Kooperationslehrer den Auftrag, Schüler/innen der Nardini-Schule bei der Rückschulung an die Regelschule zu unterstützen.

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