„Mobbing im Netz“ Vortrag von Dipl. Psychologe Roman Szymanski

Eltern sollten sich Medienwissen aneignen!

Auf Einladung des Kinderschutzbundes Kreisverband Neckar-Odenwald, kam Dipl. Psychologe Roman Szymanski ins Foyer des Landratsamtes, um die Zuhörer in einem fesselnden Vortrag für das Thema „Mobbing im Netz“ zu sensibilisieren.

Ausgehend vom Fall der Amanda Todd, die nach mehrjährigem Cyber-Mobbing als einzigen Ausweg den Selbstmord suchte, arbeitete Szymanski die Bedeutung des Internets, die Definition von Mobbing und den Unterschied zwischen Mobbing und Cyber-Mobbing heraus, wobei er anhand interessanter Fragestellungen die Zuhörer als Antwortgeber immer wieder mit einband.

Über 90 % der Jugendlichen besitzen ein Handy oder Smartphone, mit dem sie auch regelmäßig im Netz unterwegs sind. Der pubertierende Jugendliche, der sich in der Ablösungsphase von seinen Eltern befindet, erlebt mit seinem Smartphone eine neue Unabhängigkeit, genießt in der Regel den engen Kontakt mit seinen Freunden und gelangt an Informationen jeglicher Art. Über viele „Likes“ und positive Kommentare seiner Facebook-Freunde, so führte der Referent aus, steigt sein Selbstwertgefühl. Doch alles kann sich auch innerhalb einer kurzen Zeitspanne ins Negative verkehren: Da finden sich plötzlich „Shitstorms“ anstelle der „Likes“, Beleidigungen und Drohungen nehmen zu, und die WhatsApp-Gruppe wird zur Belastung. Es werden Lügen und peinliche Bilder verbreitet und es entsteht eine Mobbing-Situation, in der das Opfer diffamiert wird.

Roman Szymanski ging in seinem Vortrag auf alle Beteiligten einer Mobbing Attacke ein. Wie eine wirksame Hilfe aussieht, liege hauptsächlich am frühen Zeitpunkt des Einschreitens. In der Entstehungsphase, das könne beispielsweise ein Streit sein, sei das Eingreifen eines Helfers am wirksamsten.

Cyber-Mobbing entwickle gegenüber dem „üblichen“ Mobbing, z. B. im Rahmen der Schulklasse, eine weitaus größere Dynamik. Die „Täter“ könnten aus sicherer Distanz im Netz anonym agieren, nutzten die Öffentlichkeit und die unkontrollierte Verbreitung geposteter Nachrichten. „Die Opfer haben keine Chance, die Verbreitung zu verhindern, im besten Falle können diffamierende Bilder gelöscht werden.“

Szymanski stellte mögliche Hilfestellungen vor, ganz wichtig seien die Information der Schule und die Ansprache der „Täter“. Bei folgenden Medienportalen können Betroffene Hilfe und Unterstützung finden:

Zum Abschluss appellierte Roman Szymanski an alle Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen, sich neben der Wertevermittlung Medienwissen anzueignen und mit den Jugendlichen zum Thema ins Gespräch zu gehen. Gemeinsam die allgemeinen Geschäftsbedingungen von facebook und Co durchzulesen, sich darüber auszutauschen und sie zu erklären: Dies sei beispielsweise eine Herangehensweise, wie man sich gemeinsam Medienwissen aneignen sollte. Diese Anstrengung würde sich auf alle Fälle lohnen und Jugendlichen die Gefahren des Internets verdeutlichen.

Mit einem treffenden Spruch wurden die Zuhörer entlassen: „Erziehung geht bis zum 12. Lebensjahr, ab dann ist es Beratung!“ Abschließend bedankte sich der 2. Vorsitzende des Kinderschutzbunds NOK, Andreas Größler, für den spannend gestalteten Vortrag.

Erziehung geht bis zum 12. Lebensjahr, ab dann ist es Beratung!


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